Es ist schon viele Jahre her, da war ich noch ein kleines Mädchen. Ich war mit meiner Familie übers Wochenende im Diemtigtal. Heiligabend sind wir wieder nach Hause gefahren, da mein Vater, so vermute ich heute, am Abend noch arbeiten musste. Es war finster und hat geregnet auf der Autobahn. Mich beschäftigte, ob es dieses Jahr auch einen Weihnachtsbaum gibt. Wer schmückt diesen, wenn wir nicht Zuhause sind, hab ich gefragt. Das Christkind, meinten meine Eltern.

Tatsächlich in der schönen Stube stand unser Weihnachtsbaum. Und was für einer! All das, was wohl normalerweise an einem Weihnachtsbaum hängt, fehlte nämlich. Dafür schmückten den Weihnachtsbaum: Schwingbesen, Suppenkelle, Pfannenputzribbeli,… sogar der Teppichklopfer war zum Baumschmuck geworden – einfach alles was irgendwo in der Wohnung zu finden war, hing am Baum. Unser Christkind hiess wohl Heidi – unsere liebe Nachbarin – das konnte nur sie sein!

Tatsächlich haben meine Mutter und Heidi abgemacht, dass sie uns den Baum schmückt. Doch Heidi konnte im grossen Estrich der Käserei den Weihnachtskorb nicht finden. Wie Heidi ist, hat sie sich etwas einfallen lassen. Ich glaube, das war der schönste Baum, den wir je hatten!

Ungewöhnliche Umstände fordern andere Ideen und Lösungen! Das ver-rückte Jahr 2020 neigt sich dem Ende und die Festtage stehen vor der Türe! Ich wünsche allen viele Ideen und spannende Lösungen für diese besonderen Zeiten! Ich freue mich sehr aufs neue Jahr, schliesslich beginnt gleich im Januar in vielen Aargauer Kindergärten eine neue spielzeugfreie Zeit !

 

Susanne Wasserfallen – Übrigens, Heidi selbst hatte in diesem Jahr eine alte Bockleiter mit Besen zum Weihnachtsbaum umfunktioniert