Die grosse Kunst

Kay und Joe. Zwei Freunde. Bisher haben Kay und Joe immer zusammen gespielt. Doch jetzt im Spielzeugfreien Kindergarten nicht mehr. Kay ist enttäuscht. Er macht Joe Geschenke, lädt ihn zum Spielen ein, ruft nach ihm. Doch Joe will nicht mit Kay spielen. Was würden Sie als erwachsene Person in dieser Situation tun? Könnten Sie sich zurückhalten und die zwei machen lassen?

Im Spielzeugfreien Kindergarten haben die Kinder zwei Möglichkeiten. Sich zu zweit mit Unterstützung der Kindergartenlehrperson auszusprechen, oder die Glocke zu läuten und sich auf den blauen Stuhl zu setzen – um eine Klassenkonferenz einzuberufen. So könnte also Kay läuten und seine Enttäuschung darüber, dass Joe nicht mit ihm spielen will, kund tun.

Die Kindergartenlehrperson unterstützt die Kinder beim Gespräche führen. Sie hat eine klare Führungsrolle. In ihrem Rollenverständnis hält sie ihre Ideen, Meinungen und Ansichten zurück. Sie ist verantwortlich für den Prozess und kann ihn, falls nötig, moderieren und mit Fragen unterstützen.

Richtige Fragen stellen um herauszufinden, welches Bedürfnis hinter dem Verhalten steckt – das ist die grosse Kunst.

Joe und Kay gibt’s wirklich – sie heissen einfach anders. Joe würde sehr gerne mit Kay spielen. Doch will er auch mitbestimmen. Er will nicht, dass Kay immer befiehlt. Ist es für Kay denkbar, dass Joe auch mitbestimmen darf?

Aufgeschnappt am 2. Praxisgruppentreffen – Susanne Wasserfallen


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2017-01-27T09:23:51+00:00

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