„Ein grosse langes Spiel“

Das ist die Aussage von Lara, Studentin der Pädagogischen Hochschule in Liestal. Vor 20 Jahren war sie ein Spielzeugfreies Kindergartenkind in einem Basler Kindergarten. Als angehende Lehrperson für Kindergarten und Primarstufe wollte sie ihren prägenden Erinnerungen an den Spielzeugfreien Kindergarten auf den Grund gehen und herausfinden, was es genau mit dem Spielzeugfreien Kindergarten auf sich hat. Deshalb hat sie sich bei uns gemeldet. Das hat mich neugierig gemacht. An was erinnert sich die junge Frau heute? Wie hat sie den Spielzeugfreien Kindergarten als Kind erlebt?

Ganz spontan erzählt Lara, dass es einfach toll war, etwas anderes zu machen im Kindergarten.

„Nur Tücher, Kissen, Stühle, Tische… zu haben, war einfach cool!“

All die Dinge wurden gerne in Bewegungslandschaften verwandelt und  ausprobiert. Krankenwagen spielen sei ein weiteres Lieblingsspiel in dieser Zeit gewesen. Die Stühle wurden so hingetellt, dass die Sitzflächen als Liege diente und der Fahrer hatte freilich auch einen Sitz. Auch im Garten wurde vermehrt gespielt – halt mit Beeren, Blätter und was es gerade so hatte. Langeweile sei im Projekt nicht aufgekommen.

Während Lara sich  gut erinnern kann, wie die Spielsachen in den Winterschlaf gingen – alles in Körbe und Umzugskarton versorgt wurde – weiss sie nicht mehr, wie die Spielsachen den Weg wieder in den Kindergarten gefunden haben.

„An die Kindergärtnerin kann ich mich nur schwach erinnern, sie war Beobachterin. Sie war halt einfach da.“

Ob es auch Dinge gab, die sie als schwierig empfunden habe. Ja, die gab es. Ein Junge wollte immer bestimmen. Es hat immer wieder Streit gegeben. Gelöst hat sich das Problem im Gespräch miteinander. Die Kinder haben sich darauf geeinigt, dass er nur noch einmal pro Woche bestimmen dürfe. Die Situation hat sich so geklärt.

Zum Schluss wollte ich wissen, ob ihre Erfahrungen aus dem Spielzeugfreien Kindergarten in ihren Unterrichtsalltag einfliessen werden. Durch die Auseinanderstetzung mit dem Spielzeugfreien Kindergarten seien ihr die Lebenskompetenzen nach WHO ein Begriff geworden. Diese will die angehende Lehrerin im Hinterkopf dabei haben.

Liebe Lara, alles Gute für die berufliche Zukunft!

Susanne Wasserfallen – danke für das spannende Gespräch und das Foto

 


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2017-04-07T14:27:01+00:00

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