Einbringen in den Rahmen

Heute widme ich meinen Blog zwei Abkürzungen: DaZ und IHP. Was soviel heisst wie Deutsch als Zweitsprache und Integrierte Heilpädagogik. DaZ wird Kindern unterrichtet, die eine andere Muttersprache als Deutsch haben. Integrierte Heilpädagogik kann beantragt werden, wenn Kinder einen besonderen Förderbedarf haben. Eine heilpädagogische Fachperson kommt dann in den Kindergarten und unterstützt das Kind sowie die Kindergartenlehrperson.

Was tun diese speziell ausgebildeten Fachpersonen während der spielzeugfreien Zeit? Diese Frage tauchte bereits während dem Kurs auf und jetzt wieder während der Durchführung im Kindergarten. Eine klare Antwort gibt es nicht. Die Kinder sind genauso unterschiedlich, wie ihre Lehrpersonen. Egal ob Klassenlehrperson, DaZ-Lehrperson oder Heilpädagogin.

Eine Kindergärtnerin erzählte, dass bei ihr die Heilpädagogin ebenfalls beobachte und das sehr wertvoll findet. So werden Fertigkeiten von Kindern entdeckt, die bis jetzt nicht zum Vorschein kamen. An anderen Orten hat sich gezeigt, dass Kinder mit besonderen Bedürfnissen eine kleine Anstosshilfe seitens der Heilpädagogin brauchen.

In einigen Kindergärten steht ein DaZ-Tisch im Kindergarten. Dorthin werden Kinder geholt um ihre Sprachkenntnisse zu vertiefen. Dies ist dann eine Ausnahmezone – also nicht Spielzeugfrei. Einige DaZ-Lehrpersonen gehen im Verlauf des Kindergartenmorgens auf die Kinder zu und schauen in der Einzelsituation, wie es dem Kind im Kindergarten geht. In diesen Sequenzen werden beispielsweise die Gefühle benannt und das Kind lernt diese auszudrücken. Das passiert zwar auch in der Schlussrunde mit der ganzen Klasse, doch ist dies für Kinder mit wenig Deutschkenntnissen schwierig. In der Einzelsituation haben sie die Möglichkeit Inhalte der Schlussrunde vor zu besprechen.

Wir empfehlen den Kindergartenlehrpersonen jeweils die Rollen der IHP und DaZ Lehrpersonen zu verhandeln. Hilfreich könnte diese Anregung sein an die Speziallehrperson: Wie kann ich das Kind im „Sinn und Geist“ des Spielzeugfreien Kindergartens unterstützen – so, dass es meinem Auftrag gerecht wird? Es kann spannend sein darüber nachzudenken. Auch diese Frage ist möglich: Wie könntest du dich mit deinem Wissen und deinen Fähigkeiten ins Projekt einbringen? Schliesslich gibt die Kindergartenlehrperson den Rahmen vor und die Speziallehrkraft kann sich ins Bild einbringen, mitgestalten und  vor allem neugierig sein.

Ein paar Aufmerksame Leser und Leserinnen haben jetzt vielleicht die Logopäden und Psychomotorik-Therapeutinnen in meiner Aufzählung über Spezialfachpersonen vermisst. Diese habe ich bewusst ausgeklammert. Bis jetzt habe ich von den Kindergärtnerinnen nur gehört, dass die Psychomotorik und Logopädie im gewohnten Stil weiterläuft auch während der Projektzeit. Falls es bei jemandem anders ist, dann schreibt es doch unten ins Kommentarfeld.

Susanne Wasserfallen – Fachmitarbeiterin Suchtprävention Aargau

 


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2017-02-01T11:34:27+00:00

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